Vorteile beim Verkauf einer Lebens­versicherung

  • Mehr Geld, als bei Kündigung oder Stornierung des Vertrages
  • Steuerlicher Vorteil, wenn Ihre Lebensversicherung mind. zwölf Jahre alt ist
  • Todesfallleistung bleibt in der Regel auch nach dem Verkauf bestehen

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Lebensversicherung verkaufen

Lebensversicherungen erfüllen viele Zwecke, angefangen von der betrieblichen und privaten Altersvorsorge über die Risikovorsorge für Hinterbliebene oder den Fall der Berufsunfähigkeit des Versicherungsnehmers. 2007 gab es in Deutschland 93,9 Millionen Verträge, zusammengesetzt aus Kapitallebensversicherungen (53,5 %), Rentenversicherungen (31 %) und Risikolebensversicherungen (14,5 %).

Worauf muss ich beim Verkauf einer Lebensversicherung achten?

Vorzeitige Kündigung bei Versicherer

Nicht jeder dieser rund 94 Millionen Verträge wird jedoch bis zum Ende der vereinbarten Laufzeit durchgehalten – sei es, weil sich die persönlichen Lebensumstände verändert haben, der Kunde ein wesentlich besseres Vorsorgeprodukt gefunden hat oder die finanziellen Möglichkeiten eine Zahlung der Beiträge wirtschaftlich unsinnig machen:

Infografik mit den häufigsten Gründen für Verkauf oder Kündigung von Lebensversicherungen

Geben Sie die Police an die Versicherungsgesellschaft zurück, erhalten Sie den Rückkaufswert und das war‘s dann. Die Police erlischt, ebenso Ihr Versicherungsschutz. Das Geschäft ist damit durch. Sie merken schon, das klingt nicht nach dem Königsweg und das scheinen auch immer mehr Verbraucher zu wissen. Nicht umsonst sinkt die Stornoquote bei Lebensversicherungen seit Jahren:

Statistik von Stornoquote und Stornovolumen deutscher Lebensversicherungen

Lebensversicherungen verkaufen statt kündigen?

Genau an diesem Punkt – der vorzeitigen Kündigung einer Lebensversicherung oder der Stornierung der Police – setzen Anbieter an, welche Lebensversicherungen aufkaufen oder beleihen.

Eine Lebensversicherung zu verkaufen ist dabei gegenüber der Kündigung oder Stornierung der klügere und vor allem auch lukrativere Weg, denn Aufkäufer gebrauchter Lebensversicherungen, wie wir Sie oben vorstellen und vergleichen, zahlen Ihnen im Bestfall bis zu 15 Prozent mehr Geld als es Ihr Versicherer anhand des kalkulierten Rückkaufswertes tun würde.

15 Prozent mehr Geld für die Lebensversicherungspolice klingt natürlich sehr verlockend. Wir haben nachgefragt und tatsächlich: Es gibt diese besonders gelagerten Fälle, wo es zu einer solchen Auszahlung kommt. Aber sie sind die ganz große Ausnahme.

Ein fairer Durchschnitt sind 3-6 Prozent über dem Rückkaufswert. Liegt der Angenommen bei 8.000 Euro ergibt sich ein Mehr von 160 bis 320 Euro. Das ist vielleicht nicht die Welt, aber allemal zu viel, um es zu verschenken.

Vereinfacht formuliert kann man eine Lebensversicherung in zwei Teile zerlegen: Einen Sparanteil und einen Risikoteil. Beide Teile gehören als fester Bestandteil zur Police und können nicht getrennt voneinander behandelt werden. Der Sparanteil war für viele Versicherte der Grund eine Lebensversicherung abzuschließen. Er versprach schöne Renditen und einen Batzen Geld im Alter.

Der Risikoteil sicherte geliebte Menschen ab, wenn der Tod eingetreten wäre. An eben diesem Teil der Police haben die Ankäufer auf dem Zweitmarkt kein Interesse. Und daher rührt der zweite Vorteil für die Inhaber solcher Policen. Die Police bleibt bestehen und der Versicherungsschutz wird in aller Regel beibehalten, so dass die Lieben zuhause nach wie vor abgesichert sind.

Info-Grafik zum Verkauf von Lebensversicherungs Policen

Wann lohnt sich ein Verkauf?

Der Verkauf einer Lebensversicherung lohnt sich erst dann, wenn der Rückkaufswert größer als die Summe der laufenden Prämienzahlungen ist. Typischerweise ist dieser Punkt nach einer Laufzeit von 10 bis 15 Jahren erreicht. Da der "innere" Wert der Police inkl. Überschussreserven dann höher als der Rückkaufswert durch den Versicherer ist, lohnt sich ein Verkauf am Zweitmarkt. Da sich "innerer" Wert und Rückkaufswert gegen Ende der Laufzeit wieder angleichen, lohnt sich der Verkauf einer Lebensversicherung am Zweitmarkt nicht mehr, wenn selbige kurz vor der Auszahlung steht. Die nachfolgende Infografik veranschaulicht diesen Zusammenhang noch einmal:
Darstellung der monetären Entwicklung einer Lebensversicherungspolice

Musterrechnungen

Der Verkauf einer Lebensversicherung lässt sich immer nur beispielhaft anhand von Zahlen darstellen. Selbst bei zwei Policen, die am gleichen Tag über die gleiche Versicherungssumme abgeschlossen wurden und zum gleichen Zeitpunkt verkauft werden, steht am Ende ein anderer Betrag unter dem Strich.

Das liegt daran, dass weit mehr Faktoren als nur die bisherige Laufzeit, die Restlaufzeit und die Versicherungssumme bei der Kalkulation berücksichtigt werden. Hinzu kommen unter anderem der Rückkaufswert, die Überschussbeteiligung, die bislang aufgelaufenen Zinsen, die Gesellschaft, bei der die Police unterschrieben wurde, und mögliche Beitragsfreistellungen aus der Vergangenheit.

Jede Police muss einzeln geprüft werden

Es sind viele Facetten, die sich nicht in eine einfache, auf alle Verträge zutreffende Formel pressen lassen. Jede Lebensversicherung wird vor dem Ankauf einzeln geprüft und ein individuelles Angebot erstellt. Die folgenden Beispiele können also nur einen ersten Eindruck davon vermitteln, welche finanziellen Vorteile der Verkauf einer Lebensversicherung im Vergleich zur Kündigung hat.

Beispiel 1

Der Kunde hat einen Vertrag über 100.000 Euro Versicherungssumme mit 30 Jahren Laufzeit vereinbart und entscheidet sich nach elf Jahren für den Verkauf der Police.

Kündigung Verkauf
Rückkaufswert bei Kündigung 33.123,00 Euro
Kaufpreis 33.411,00 Euro
Steuern 2.546,12 Euro 0,00 Euro
Auszahlungsbetrag 30.576,88 Euro 33.411,00 Euro
Differenz 2.654,12 Euro = 8,68 Prozent

Beispiel 2

Bei einer Laufzeit von 20 Jahren, einer Versicherungssumme von 100.000 Euro und einem Verkauf nach acht Jahren ergibt sich möglicherweise folgendes Bild:

Kündigung Verkauf
Rückkaufswert bei Kündigung 30.800,00 Euro
Kaufpreis 32.912,00 Euro
Steuern 1.524,69 Euro 0,00 Euro
Auszahlungsbetrag 29.275,31 Euro 32.192,00 Euro
Differenz 2.916,69 Euro = 9,96 Prozent

Beispiel 3

Die Versicherungssumme beträgt 400.000 Euro. Vertraglich wurde eine Laufzeit von 30 Jahren vereinbart. Der Kunde möchte die Police nach 15 Jahren verkaufen bzw. kündigen.

Kündigung Verkauf
Rückkaufswert bei Kündigung 167.207,00 Euro
Kaufpreis 176.950,00 Euro
Steuern 0,00 Euro 0,00 Euro
Auszahlungsbetrag 167.207,00 Euro 176.950,00 Euro
Differenz 9.743,00 Euro = 5,83 Prozent
Ein lächelnder Mann mit Jeanshemd sitzt vor einem Waldrand

Warum werden Lebensversicherungen gekauft?

Die Unternehmen, die sich auf diesem Markt bewegen, handeln natürlich nicht aus reiner Nächstenliebe. Sie kalkulieren sehr genau und entscheiden dann, ob ein Vertrag für Sie erfolgversprechend ist, oder nicht.

Es gibt zwei Wege, in diesem Bereich zu wirtschaften. Beiden gemein ist, dass die Police weiter bespart wird. Zumindest eine gewisse Zeit, in vielen Fällen auch bis zu ihrem natürlichen Auslauf. Diesen Punkt sollten Sie unbedingt beim Verkauf abklären und sich auch schriftlich bestätigen lassen.

Wirtschaftlicher Erfolg meint in diesem Business zwei Möglichkeiten: Entweder, das Unternehmen legt sich die Police ins eigene Portfolio. Es zielt dabei auf garantierte Zinsen, die Ablaufleistung und die Überschussbeteiligung. Dazu benötigt das Unternehmen einen ausreichend langen finanziellen Atem.

Die zweite Möglichkeit besteht darin, die eingekauften Lebensversicherungen dem Investment-Markt zur Verfügung zu stellen. In diesem Fall sucht der Ankäufer private oder institutionelle Anleger, die eine konservative Möglichkeit zur Kapitalanlage suchen. Sie bringen ihr Kapital ein und erhalten dafür Zinsen. Der Vorteil für den Ankäufer der Lebensversicherungspolice besteht darin, dass er nicht so sehr in finanzielle Vorleistungen gehen muss.

Info-Grafik zu den Gründen für den Kauf von Lebensversicherungen

Im Ergebnis ist es ganz einfach: So wie jeder Versicherungsnehmer sich eine Rendite von einer Lebensversicherung versprochen hat, so tut das auch ein Ankäufer. Der Versicherte hat in aller Regel nur den Nachteil, dass er an Liquidität kommen muss und erwägt deshalb den Verkauf. Der Ankäufer hat die nötigen finanziellen Reserven und kann daher den Versicherungsvertrag fortführen.

Beitragsfrei gestellte Lebensversicherung verkaufen

Wenn eine Lebensversicherung beitragsfrei gestellt wird, ändert sich zwar die Konstellation. Die Police kann aber nach wie vor verkauft werden. Denn mit der Beitragsfreistellung verringern sich lediglich die Ablaufleistung, der Todesfallschutz und der Rückkaufswert. Das Grundgerüst bleibt hingegen unberührt, sprich: Der Versicherungsnehmer hat weiterhin sämtliche Rechte am Vertrag und kann daher frei entscheiden, ob er ihn kündigt oder auf dem Zweitmarkt zum Kauf anbietet.

Wiederaufnahme der Beitragszahlung

Wichtig ist in dem Zusammenhang vor allem eine Frage: Kann die Beitragszahlung wieder aufgenommen werden? Davon hängt maßgeblich ab, welcher Preis sich mit der Lebensversicherung erzielen lässt. Dabei sind mehrere Varianten denkbar: Die Police wurde erst kürzlich beitragsfrei gestellt. Sind seither weniger als zwölf Monate vergangen, ist es in der Regel problemlos möglich, wieder einzusteigen. Hier gilt es, sich beim Versicherungsunternehmen nach den genauen Modalitäten zu erkundigen.

Falls der Vertrag schon vor längerer Zeit stillgelegt wurde, erweist sich ein Neueinstieg meist als schwierig – teils auch, weil er sich aus steuerrechtlicher Sicht nicht rentieren würde. Oder aber die Versicherung verlangt eine neue Gesundheitsprüfung, die sich wiederum nachteilig auf den Vertrag und die Konditionen auswirken könnte.

Sollte der Vertrag wieder reanimiert werden können und ist es dem Ankäufer möglich, für die restliche Laufzeit die Beiträge zu zahlen, nähern sich Ablaufleistung und Überschuss wieder dem ursprünglichen Wert an – mit Abstrichen für die Zeit, in der die Police ruhte. Das hat für den Verkäufer den großen Vorteil, dass die Lebensversicherung im Wert steigt und zu einem höheren Kurs gekauft wird. Es lohnt sich also, bei der Versicherung zu fragen.

Abgetretene Lebensversicherung verkaufen

Eine Lebensversicherung abzutreten heißt nicht automatisch, dass sie verkauft wird. Eine (zeitweise) Abtretung erfolgt auch, wenn die Police als Sicherheit für ein Darlehen – wie zum Beispiel einen Immobilienkredit – hinterlegt wurde. In dem Fall hat nicht der Versicherungsnehmer die Rechte am Vertrag, sondern der jeweilige Gläubiger (Zessionar bzw. Abtretungsgläubiger), in der Regel also eine Bank oder Bausparkasse. Daher gilt: Um eine Lebensversicherung verkaufen zu können, die einen Kredit absichert, muss der Zessionar dem Geschäft zustimmen.

Ist der Gläubiger einverstanden, bestimmt er, wie der Verkauf der Police abgewickelt wird. Dazu steht neben der direkten auch die Treuhandabwicklung zur Wahl, durch die zusätzliche Kosten zulasten des Kunden entstehen. Dabei erhält nicht der Ankäufer bzw. Vermittler die für den Verkauf nötigen Unterlagen, sondern der Treuhänder. Zusätzlich muss ein Treuhandvertrag abgeschlossen werden. Ansonsten ändert sich vom Ablauf her nur wenig. Zum Beispiel wird das Geld nicht auf das laufende, sondern auf ein Treuhandkonto überwiesen. Sollte der Zessionar allerdings ablehnen und einem Verkauf widersprechen, ist es nicht möglich, die Police auf dem Zweitmarkt anzubieten.

Nach welchen Kriterien wählen Ankäufer die Policen aus?

Damit eine Lebensversicherung für einen Ankauf infrage kommt, muss sie bestimmte Kriterien erfüllen. Das hat rein wirtschaftliche Gründe. Zum einen möchte der Ankäufer mit der Police einen (weitgehend kalkulierbaren) Gewinn erzielen und muss von daher auf die Rentabilität achten. Auf der anderen Seite soll natürlich auch der Verkäufer einen einigermaßen passablen Erlös für seine Lebensversicherung erhalten. Damit ein Vertrag diesen Vorgaben gerecht wird, achten Vermittler und Ankäufer auf mehrere Eckdaten, die von Unternehmen zu Unternehmen leicht variieren. Sie geben den Ausschlag dafür, ob ein Verkauf überhaupt Sinn macht.

Restlaufzeit

Wichtigster Punkt auf der Liste der Ankaufskriterien ist die ungekürzte Restlaufzeit. Hier gehen die Wünsche der Firmen an die Police etwas weiter auseinander. Einige ziehen die Grenze bei Lebensversicherungen, in die noch mehr als 15 Jahre eingezahlt werden muss. Bei anderen sind es maximal 25 Jahre. Dass die Restlaufzeit überhaupt eine Rolle spielt, hängt mit der Kalkulation zusammen. Je länger der Vertrag noch läuft, desto ungenauer sind die Prognosen zur Ablaufleistung. Das macht es für den Ankäufer relativ schwer, das Potenzial einer Police einzuschätzen.

Rückkaufswert

Der Verkauf einer Lebensversicherung rechnet sich für beide Seiten nur, wenn das Volumen entsprechend hoch ist. Für den Verkäufer lässt sich dieser Wert am einfachsten anhand des Rückkaufswertes ermitteln. Er muss mindestens 10.000 Euro betragen. Policen, die diesen Betrag noch nicht erreicht haben, werden von seriösen Ankäufern und Vermittlern nicht angenommen.

Vertragsart

Nicht angekauft werden Verträge, die auf Fonds basieren. Das liegt daran, dass die Wertentwicklung dieser Policen sich nicht vorhersagen lässt. Das Risiko für den Ankäufer ist damit zu hoch. Ebenfalls von einem Verkauf ausgeschlossen, aufgrund von gesetzlichen Vorgaben, sind sogenannte Direktversicherungen. Da sie im Rahmen der betrieblichen Altersvorsorge abgeschlossen werden, können sie weder verkauft noch abgetreten werden.

Wie lange dauert die Abwicklung eines Verkaufs?

Der Verkauf einer Lebensversicherung lässt sich nicht in wenigen Tagen realisieren. Dazu sind zu viele Parteien an der Abwicklung beteiligt – angefangen beim Vermittler über die Versicherungsgesellschaft, bei der die Police abgeschlossen wurde, möglicherweise eine Abtretungsbank, wenn der Vertrag als Sicherheit hinterlegt ist, bis hin zum Ankäufer.

Daher sind auch Prognosen, wie lange es dauert, bis das Geld ausgezahlt wird, immer nur ein grober Anhaltspunkt. Genannt werden Zeiträume von zwei bis acht Wochen, abhängig davon, wie schnell die einzelnen "Rädchen" arbeiten.

Sobald die Anfrage gestellt wurde und der Vermittler die Vollmacht hat, die nötigen Daten bei der Versicherung und/oder der Abtretungsbank einzuholen, läuft die Zeit. Hier kommt es dann in erster Linie auf den Service der Versicherungsgesellschaft und gegebenenfalls der Bank an.

Wie kann ich Abwicklung des Verkaufs beschleunigen?

Zeigen sie sich kooperativ und stellen die Informationen zügig zur Verfügung, kann entsprechend schnell kalkuliert und ein Käufer für die Police gesucht werden. Hängt die Abwicklung jedoch, weil die für die Angebotsermittlung benötigten Eckdaten nicht zur Verfügung gestellt werden, dauert es länger.

Das gilt selbstredend auch für die zweite Stufe des Verkaufsprozesses. Liegen die Vertragsunterlagen vor, muss die Assekuranz abschließend bestätigen, dass ein neuer Versicherungsnehmer respektive Rechteinhaber eingetragen wurde. Erst dann wird das Geld für die Police ausgezahlt.

Alleine die Phase vom Eingang der Papiere bis zur Überweisung des Kaufbetrages kann, so die Erfahrung seriöser Vermittler und Ankäufer, bis zu sechs Wochen in Anspruch nehmen. Empfohlen wird, selbst bei der Versicherung nachzufragen, um so die Bearbeitungszeit zu verkürzen. Etwas Geduld gehört dennoch dazu.

Welche Arten der Abwicklung gibt es?

Der Verkauf einer Lebensversicherung kann auf zwei Wegen erfolgen, die sich nur in einem Detail unterscheiden: einem Treuhänder, der zwischengeschaltet wird. Welcher dieser Wege eingeschlagen wird, die direkte oder die Treuhandabwicklung, richtet sich danach, ob die Lebensversicherung als Sicherheit hinterlegt wurde. Wenn dem so ist, entscheidet der Gläubiger bzw. Zessionar, wie der Verkauf abgewickelt wird. Spricht er sich für einen Treuhänder aus, führt kein Weg daran vorbei.

Direkte Abwicklung

Für den Verkäufer günstiger – in finanzieller Hinsicht – ist die direkte Abwicklung. Das ist problemlos möglich, wenn die Police bislang noch nicht abgetreten wurde. In dem Fall schickt der Kunde sämtliche Unterlagen an den Vermittler respektive den Ankäufer und stellt die Versicherungsgesellschaft die benötigten Informationen bereit. Darauf aufbauend erfolgen der Vertragsabschluss, die Abtretung der Police und die Überweisung des Kaufbetrages. Dadurch entstehen keinerlei weitere Kosten. Der gesamte Verkaufsprozess erfolgt über drei Parteien: die Versicherung, den An- und den Verkäufer.

Abwicklung üver Treuhänder

Wenn die Police bereits als Sicherheit dient, kommt mit dem Zessionar ein weiterer Entscheidungsträger ins Spiel. Er bestimmt das weitere Prozedere und kann auf die Abwicklung über einen Treuhänder bestehen. Die Aufgabe des Treuhänders übernimmt dabei eine Bank. Dadurch entstehen zusätzliche Kosten, die dem Verkäufer in Rechnung gestellt und mit dem Kaufpreis verrechnet werden. Auch bei dieser Variante stellen Verkäufer und Versicherung die für den Ankauf relevanten Daten zur Verfügung. Hinzu kommen die Informationen des Zessionars. Wird der Treuhandweg gewählt, schickt der Gläubiger die Papiere nicht an den Ankäufer bzw. die vermittelnde Firma, sondern nimmt den Umweg über einen Treuhänder. Bearbeitet und abgewickelt wird der Vorgang wie gehabt über die ankaufende Firma.

Wie und wann erfolgt die Auszahlung des Kaufpreises?

Der letzte Schritt im Ankaufsprozess für eine Lebens- oder Rentenversicherung ist die Auszahlung des Kaufpreises. Dazu müssen sämtliche Papiere unterschrieben vorliegen, die Assekuranz über den Wechsel des Versicherungsnehmers informiert worden sein und ihrerseits die Abtretung bestätigen. Sind diese Hürden erfolgreich genommen, wird das Geld auf dem für alle Seiten einfachsten Weg ausgezahlt: per Überweisung.

Andere Optionen, wie zum Beispiel ein Scheck oder eine Baranweisung, die vom Briefzusteller vorgenommen wird, bestehen nicht. Seriöse Firmen, die sich auf den Zweitmarkt für Policen von Renten- und Lebensversicherungen spezialisiert haben, nutzen ausschließlich die Überweisung, um ihren Kunden den vertraglich vereinbarten Betrag auszahlen.

Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um ein Girokonto bei einer deutschen oder einer ausländischen Bank handelt. Sollten durch die Auszahlung zusätzliche Kosten entstehen, etwa bei einer Auslandsüberweisung, gehen die Gebühren zulasten des Verkäufers. Entscheidend ist die Bankverbindung, die zuvor im Antrag für den Verkauf der Versicherung angegeben wurde.

Was ist mit der Beitragszahlung nach dem Verkauf?

Damit eine Lebensversicherung ihr volles Potenzial entwickeln kann, müssen die Beiträge durchgehend vom Anfang bis zum Ende der Vertragslaufzeit bezahlt werden. Nur dann summieren sich Zinsen, Zinseszinsen und die Überschussbeteiligung zu einer passablen Rendite. Da es dem Policen-Käufer auf den Gewinn ankommt und er später die volle bzw. höchstmögliche Ablaufleistung erhalten möchte, übernimmt er nach dem Ankauf die Beitragszahlung. Die Police nach dem Verkauf einfach ruhen zu lassen und die Beitragszahlung einzustellen, wäre wirtschaftlich unsinnig.

Abhängig von den Vertragskonditionen kommt es vor, dass der Käufer die Prämienzahlung anpasst, um seine Rendite zu optimieren. War bislang zum Beispiel eine monatliche Zahlung der Prämie vereinbart, ist es durchaus denkbar, dass die Beiträge fortan jährlich gezahlt werden, weil es unter dem Strich günstiger ist. Für den ehemaligen Versicherungsnehmer ist das jedoch völlig ohne Belang und hat keine Auswirkungen auf den Verkauf. Der Kunde muss sich nicht weiter darum kümmern, dass die Beiträge pünktlich gebucht werden.

Die Einzugsermächtigung, die seinerzeit für die Lebensversicherungsbeiträge unterschrieben wurde, sollte allerdings rechtzeitig widerrufen werden. Nur so ist gewährleistet, dass das Konto nach dem Verkauf nicht weiter belastet wird. Falls doch noch ein oder zwei Monatsbeiträge abgebucht werden sollten, kann das Geld per Rücklastschrift zurückgefordert werden. Teilweise erstatten auch die Ankäufer die zu viel gezahlten Beiträge, wenn sie schriftlich nachgewiesen werden. Dazu reicht in der Regel eine Kopie des Kontoauszuges. Um sich diese Arbeit zu ersparen, sollte man den Widerruf sofort verfassen und abschicken, wenn der Kauf in trockenen Tüchern ist.

Warum ist die Restlaufzeit beim Ankauf meist begrenzt?

Der Gewinn, der sich mit einer Lebensversicherung erzielen lässt, setzt sich aus zwei Bestandteilen zusammen: den Zinsen und der Überschussbeteiligung. Während die Zinsen für die gesamte Laufzeit garantiert werden – der sogenannte Garantiezins –, richtet sich der Überschuss danach, wie gut die Versicherung wirtschaftet. Diesbezüglich Prognosen abzugeben, ist relativ schwierig. Für kürzere Zeiträume lassen sich anhand von Statistiken und der bisherigen Geschäftsentwicklung zwar ungefähre Zahlen ermitteln. Auf lange Sicht ist es allerdings nahezu unmöglich, auch nur annähernd eine Aussage zu treffen oder zu kalkulieren. Aus diesem Grund werden Lebensversicherungen mit einer zu langen Restlaufzeit nicht angekauft. Die Ablaufleistung und damit der Gewinn ließe sich nicht genau genug einschätzen.

Das Vorgehen ist durchaus verständlich. Denn auch Ankäufer lassen sich nur ungern auf „die Katze im Sack“ ein. Das wäre der Fall, wenn sie noch 25 Jahre in einen Vertrag einzahlen müssten, von dem sie nicht genau wissen, was er ihnen schlussendlich bringt. Das Problem ist ganz einfach, dass wirtschaftliche Entwicklungen auch an Versicherungsgesellschaften nicht spurlos vorbeigehen. Kriselt es oder haben die Konzerne auf das falsche Pferd gesetzt, wirkt sich das, ebenso wie Hochzinsphasen, direkt auf den möglichen Überschuss aus. Je besser sich ein Unternehmen auf die Trends einstellt, desto besser für den Kunden. Ob eine Versicherung aber auch in 15 oder 25 Jahren noch gut aufgestellt ist, steht in den Sternen. Diesen Zeitraum vermögen auch Ratings, mit denen die Assekuranzen bewerten werden, nicht zu überblicken. Sie spielen beim Ankauf einer Lebensversicherung zwar durchaus eine Rolle. Nur nicht bei Verträgen, die zu „jung“ sind, als dass sie für einen Verkauf infrage kämen.

Gibt es Haken und Ösen?

Das Geschäft mit den Lebensversicherungen auf dem Zweitmarkt treibt leider auch weniger schöne Blüten. Es gibt Player auf dem Markt, die astronomische Renditen versprechen: 50 oder auch 100 Prozent werden durchaus versprochen. Manch einer erliegt dieser Versuchung, doch was dann passiert ist wohl immer das gleiche.

Die Masche zielt darauf ab, das Geld aus der Police zu ziehen. Der Unseriöse Ankäufer gibt dem Kunden eine Anzahlung und verspricht weitere Zahlungen nach einer gewissen Zeit, die er braucht, um mit dem Geld arbeiten zu können.

Dieser Ankäufer gibt die Police der Versicherung zurück, der Vertrag erlischt. Dafür erhält er den Rückkaufswert aus der Police. Mit diesem Geld wird dann entweder in spekulativen Finanzinstrumenten gezockt oder es wird schlicht veruntreut. Das der ehemalige Besitzer der Police sein Geld wieder sieht ist mehr als unwahrscheinlich.

Wie schütze ich mich vor diesen Betrügern?

Beachten Sie zwei simple Regeln:

  • Der Anbieter sollte von sich aus den vereinbarten Betrag in einer Summe an Sie auszahlen
  • Eine Mitgliedschaft im BVZL (Bundesverband Vermögensanlagen im Zweitmarkt Lebensversicherungen e.V.) ist ein weiteres Qualitätsmerkmal.

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