Bewertungsreserven

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Die Bewertungsreserve ergibt sich aus der Differenz des Buchwertes zum aktuellen Marktwert der Kapitalanlagen einer Versicherungsgesellschaft. Der Buchwert, also der Wert, der in den Bilanzen des Unternehmens ausgewiesen ist, folgt dem in der Buchführung gängigen Niedrigstwertprinzip und wird entsprechend vorsichtig (Vorsichtsprinzip) kalkuliert. Auf der anderen Seite steht der tatsächliche Marktwert.

Wenn der Marktwert höher ist als der Buchwert, spricht man von Buchungsreserven, die auch als stille Reserve bekannt sind. Sie werden erst durch den Verkauf der Kapitalanlagen realisiert. Sollte der Buchwert hingegen über dem Marktwert liegen, handelt es sich um stille Lasten.

Die wichtigste Funktion von Bewertungsreserven ist es, Schwankungen an den Kapitalmärkten auszugleichen. Insofern dienen sie der Sicherheit von Renten- und Lebensversicherung bzw. helfen den Unternehmen dabei, ihre Renditeversprechen einhalten zu können.

Je höher die Bewertungsreserven, die ein Versicherungsunternehmen verteilen kann, desto mehr steigt der Wert einer Versicherung. Angegeben wird die Bewertungsreserve übrigens in Prozent.

Dass die Unternehmen ihre Kunden an den stillen Reserven beteiligen müssen, wurde in der Neufassung des Versicherungsvertragsgesetzes festgelegt. Dort heißt in Paragraf 153 Absatz 3: "Der Versicherer hat die Bewertungsreserven jährlich neu zu ermitteln und nach einem verursachungsorientierten Verfahren rechnerisch zuzuordnen. Bei der Beendigung des Vertrags wird der für diesen Zeitpunkt zu ermittelnde Betrag zur Hälfte zugeteilt und an den Versicherungsnehmer ausgezahlt; eine frühere Zuteilung kann vereinbart werden. Aufsichtsrechtliche Regelungen zur Kapitalausstattung bleiben unberührt." Diese Vorgabe gilt auch bei der Kündigung einer Lebensversicherung.

Welche Vorteile der Verkauf oder die Beleihung einer Lebens- oder Rentenversicherung gegenüber deren Kündigung haben und welche Anbieter hier die besten Konditionen haben, zeigen unsere Vergleiche auf den folgenden Seiten: