Kapitallebensversicherung

35 Prozent der Deutschen setzen bei der Altersvorsorge auf eine Kapitallebensversicherung (YouGovPsychonomics-Studie, Stand: Oktober 2010). In der Summe sind es laut Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) rund 90 Millionen Policen. Damit gehört die klassische Lebensversicherung zu den beliebtesten Anlage- und Vorsorgeprodukten.

Das liegt in erster Linie am bewährten Prinzip: Lebensversicherungen sind weder kompliziert noch müssen Kunden Einbußen fürchten. Allerdings gibt es durchaus auch Stimmen, die in der Kombination aus Geldanlage und Absicherung einen Nachteil sehen, weil zu hohe Kosten entstehen.

Einfache Funktionsweise

Dem Boom der klassischen Lebensversicherung tut das keinen Abbruch. Sie überzeugt durch ihre einfache Funktionsweise: Der Kunde zahlt monatlich oder in einem anderen Turnus seine Beiträge. Mit diesem Geld arbeiten die Versicherungsgesellschaften und legen es an.

Gleichzeitig garantieren sie einen Mindestzins, der aktuell bei 2,25 Prozent liegt (Stand: Oktober 2010). Je nachdem, wie erfolgreich die Anlagestrategie der Assekuranz ist, profitieren Versicherungsnehmer zusätzlich von einem mehr oder weniger üppigen Überschuss. Er wird am Ende der Laufzeit ausgezahlt. Die Unternehmen wagen bei Vertragsabschluss zwar Prognosen zur Ablaufleistung, können aber keine Garantie darauf geben.

Sie legen die Höhe des Beitrags fest

Die Höhe des Beitrags legt der Kunde selbst fest. Entweder entscheidet er sich für eine bestimmte Versicherungssumme. Dementsprechend wird anhand der Laufzeit die monatliche Prämie ermittelt. Oder aber er nennt von Anfang an eine Prämie, die er zu zahlen bereit ist. Dieser Betrag wird dann samt Zinsen über die Jahre hochgerechnet.

Dabei besteht die Möglichkeit, eine Dynamisierung zu vereinbaren. Dadurch steigen die Beiträge jährlich um einen bestimmten Prozentsatz und ergibt sich logischerweise eine höhere Ablaufleistung. Der GDV rät, die Dynamik ab dem 40. Lebensjahr zu beenden, weil von diesem Zeitpunkt an mehr Geld in den Risikoschutz als in die Vorsorge fließt.

Risikoschutz schmälert Rendite, sichert aber Familie ab

Hier liegt die Krux: Die Kosten für den Risikoschutz schmälern die Rendite – daher auch die Kritik. Dabei ist die Absicherung der Familie oder der Angehörigen im Todesfall einer der ausschlaggebenden Gründe dafür, dass überhaupt eine Kapitallebensversicherung abgeschlossen wird.

Zum Angebot der meisten Versicherungsgesellschaften gehören daher auch Lebensversicherungen auf verbundene Leben, durch die sich zwei oder mehr Personen gegenseitig absichern.

Todesfallleistung und Erlebensleistung

Die Todesfallleistung entspricht in der Regel der Versicherungssumme. Angeboten werden aber auch Policen mit einer jeweils höheren Todesfall- oder Erlebensfallleistung. Für Familien ist die höhere Absicherung interessant. Singles entscheiden sich eher für Verträge, die ihnen im Alter mehr Geld bieten.

Beachtet werden muss zudem, dass die Leistung im Erlebensfall später nur dann zur Hälfte steuerfrei ist, wenn der Vertrag mindestens zwölf Jahre läuft und die Auszahlung nach dem 60. Lebensjahr erfolgt. Die Todesfallleistung ist grundsätzlich steuerfrei.